Aktuelles

Rundbriefe:

Sommerrundbrief 2017

an Mietglieder und Gäste der Synodalgruppe "Gruppe Offene Kirche"

von Rolf Bade
Vorsitzender der Synodalgruppe

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schwestern und Brüder,

der Vorstand unserer Synodalgruppe wünscht Ihnen/Dir für die anstehende Sommerpause eine erholsame und erfüllte Urlaubszeit. Da sich der Sommer gegenwärtig von seiner besten Seite gibt, sind die Gelingensbedingungen für Zeiten besonders gut, die von Wanderschuhen, Trekkingfahrrädern, Strandgepäck, Urlaubslektüre, Städteführern, Museumskatalogen, Segeljacken, Bootsmützen, Angelruten, Hängematten, Gartengeräten etc. etc. bestimmt werden und Abstand vom Alltag erlauben.

Möge die "schönste Unterbrechung" im jahr Ihnen/Dir die Gelegenheit eröffnen, sich voll und ganz "der schönen Erde zu erfreuen", wie es in dem Lied von Philipp Spitta heißt:

"Freuet euch der schönen Erde,
denn sie ist wohl wert der Freud.
O was hat für Herrlichkeiten
unser Gott da ausgestreut,
unser Gott da ausgestreut."

 Quelle: Bildarchiv der Landeskirche Hannovers, Jens Schulze

Dank

Weil auch die synodale Arbeit "in die Sommerferien" geht, möchte sich der Vorstand für die bisherige aktive und engagierte Mitarbeit in der Synodalgruppe wie auch in der Landessynode einschließlich der Ausschüsse, Kuratorien und Beiräte im laufenden Synodenjahr ganz herzlich bedanken. Viel hat sich ereignet, viel ist egschafft worden! Die VIII. Tagung der 25. Landessynode stand zum einen ganz im Zeichen der ökumenischen Verbundenheit mit den katholischen Glaubensgeschwistern im Reformationsjubiläumsjahr 2017 und zum anderen ganz im Zeichen der Diskussion um die beabsichtigte Verfassungsrevision.

Healing of Memories

Die Bibelarbeit des Osnabrücker Bischofs Dr. Bode an einem der Plenartage der Landessynode, der von Vertretern des Diözesanrates der Katholiken und des Katholikenrates im Bistum Osnabrück begleitet wurde, war eine starke ökumenische Geste, die den gemeinsamen Willen zur Versöhnung und Überwindung des Trennenden zum Ausdruck gebracht hat, eine Geste, die auch in dem gemeinsamen Gottesdienst "Healing of Memories" in der MIchaeliskirche in Hildesheim und auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg eindrücklich zum Ausdruck gebracht worden ist.

Zugleich muss aber auch nüchtern festgestellt werden, dass über die Geste hinaus konkretere Hinweise hinsichtlich des weiteren ökumenischen Zusammengehens etwa bei konfessionsverschiedenen Ehen, beim gemeinsamen Abendmahl oder gar bei der vollwerigen Anerkennung der "Evangelischen" als Kirche unterblieben sind. Gleichwohl: Hinter die vielfach bekundete Versöhnungsabsicht gibt es kein Zurück mehr, allein dieses darf als ermutigendes Zeichen gewertet werden.

Verfassungsrevision

 Quelle: Bilddatenbank der Landeskirche Hannovers, Jens Schulze

Die Diskussion über das Aktenstück Nr. 25 B hat in unserer Gruppendiskussion ebenso wie in der Plenardebatte der Landessynode einen sehr breiten Raum eingenommen, und das zu Recht. Ein gutes halbes Jahrhundert bisheriger landeskirchlicher Verfassungsgeschichte bietet Veranlassung, "Kirche neu zu denken" in einer Zeit des gesellschaftlichen und auch des kirchlichen Wandels. Das, was den Protestantismus auszeichnet - denkende Frömmigkeit und Mut zum Gestaltwandel, gegründet in der religiösen Überzeugung, aus und von etwas zu leben, was größer ist als der Mensch und darum auch größer als kirchliche Verfasstheiten und kirchliche Organisationsformen -, eröffnet die Freiheit, bisherige Positionen, Ordnungen und Begründungen zu überdenken und, wo erforderlich, neu zu bestimmen.

Von diesem Grundverständnis ausgehend war sowohl die Diskussion in unserer Synodalgruppe als auch die Diskussion in der Landessynode geprägt. Dort, wo wir gerungen und argumentativ gestritten haben, vornehmlich bei der Frage, ob wir den Kirchensenat benötigen oder nicht, und ob die Landessuperintendentin/der Landessuperintendent künftig Regionalbischöfin/Regionalbischof heißen soll oder nicht, verließ die Diskussion sehr engagiert, aber stets fair und getragen vom gegenseitigen Respekt vor dem Andersdenkenden. Auch hierfür bedankt sich der Vorstand ausdrücklich, denn eine solche Diskussionskultur ist keineswegs selbstverständlich und kommt nur deshalb zustande, weil alle ihren Anteil dazu beitragen und auf das Niveau dieser Diskussionskultur geachtet haben.

Über die strittigen Fragen soll aber nicht vergessen werden, dass der Verfassungsentwurf in seinen anderen Teilen in unserer Gruppe wie auch in der Landessynode auf eine überwiegende Zustimmung gestoßen ist, so dass die Hoffnung besteht, dass der Entwurf in dem seit dem 1. Juni 2017 laufenden Anhörungsverfahren in der Breite der hannoverschen Landeskirche ebenfalls große Zustimmung erfährt. Dies schließt Einwände und darauf basierende Änderungsvorschläge zu dem bisher vorliegenden Entwurf natürlich nicht aus. Als Synodale sind wir alle aufgefordert, die Diskussion über die Verfassungsrevision in den örtlichen und regionalen Kirchengremien intensiv mit zu begleiten.

Bergfest

 GOK-Tagung in 2017 - Quelle: Karlo Scholz

Mit der VIII. Tagung der 25. Landessynode haben wir die Mitte dieser Legislaturperiode erreicht. Das "Bergfest", was unsere Synodalgruppe unter der verantwortlichen Leitung von Birgit Thiemann in den Räumen der Evangelisch-lutherischen Gartenkirche in Hannover am Vorabend des Beginns der VIII. Tagung der Landessynode gefeiert hat, war rundum gelungen, harmonisch und infolge der einfühlsamen und klugen Regieführung von Birgit für alle ein schöner und neuer Akzent im gegenseitigen Miteinander. Für die Ausrichtung und Regie dieses Festes sei Birgit noch einmal ganz herzlich gedankt. 

Zugleich mussten wir zur Mitte der Legislaturperiode feststellen, dass sich die Zusammensetzung der Landessynode aufgrund des Ausscheidens von mehreren Synodalen deutlich verändert hat. Das tangiert insbesondere auch unsere Synodalgruppe. der Vorstand dankt allen Gruppenmitgliedern, die sich bereiterklärt und mitgeholfen haben, die entstandenen Lücken in den Ausschüssen schnell und im gruppenübergreifenden Konsens zu schließen. Damit ist die Kontinuität der synodalen Arbeit gewährleistet.

Für die nächste Tagung der Landessynode im November wollen wir uns auf Vorschlag des Präsidiums der Landessynode u.a. mit dem Schwerpunktthema "Zukunft der Kirche" auseinandersetzen. Dieses Thema will gut vorbereitet sein.

Doch dazu kommen wir später. Jetzt möchte der Vorstand Sie/Dich erst einmal einstimmen auf den wohlverdienten Urlaub, denn in Abwandlung des schönen Wortes: "Ohne Sonntag kein Alltag", gilt für den Urlaub: "Ohne Auszeit keine Arbeitszeit." Und weil es uns alle in der Urlaubszeit "nach draußen" zieht, passen die Worte des großen russischen Schriftstellers F.M. Dostojewskij gewissermaßen als Geleitwort, wenn er uns auffordert:

"Liebet die ganze Schöpfung Gottes!
Sowohl den ganzen Erdball,
wie auch das kleinstes Sandkorn.
Jedes Blättchen liebet,
und jeden Sonnenstrahl!
Liebet alle Dinge!
Wenn ihr das tut,
so werden euch in ihnen
die Geheimnisse Gottes offenbart."

Ich wünsche Ihnen/Dir im Namen des Vorstands der Synodalgruppe "Gruppe Offene Kirche" für den anstehenden Sommerurlaub eine gute Zeit und Gottes reichen Segen. Ich freue mich auf das Wiedersehen und die Begegnung nach der Sommerpause im Rahmen der gemeinsamen synodalen Arbeit.

Ihr Rolf Bade
 

 

Synodalgruppentagungen 2017

18. November 2017,
10:00 bis 17:00 Uhr, Hanns-Lilje-Haus Hannover

Tagung der Synodalgruppe

27. November 2017,
18:00 bis 21:00 Uhr, Henriettenstiftung Hannover

Vorbereitung der IX. Tagung der 25. Landessynode

28. November 2017,
9:00 bis 13:00 Uhr, Henriettenstiftung Hannover

Vorbereitung der IX. Tagung der 25. Landessynode

Tagungen 2018

10. Februar 2018 - Studientag zum Thema "Christen und Judentum in der Verfassung der Landeskirche"

  • Für die Mitglieder der Landessynode
  • Studientag zum Thema "Christen und Judentum in der Verfassung der Landeskirche"
  • 10. Februar 2018 in der Zeit von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
  • Tagungsort: in Hannover EKD-Zentrale oder Stephansstift
  • Näheres zum Ablauf dieses Tages sowie eine Einladung hierzu ergeht rechtzeitig.
  • Der Anlass für die Durchführung dieses Studientages ist die Aussage zur Judenmission, wie sie im Verfassungsentwurf in Art. 4 Abs. 6 Satz 2 vorgeschlagen worden ist.
  • Ziel des Studientags ist es, zur Problematik der Judenmission ausführlichere Informationen zu erhalten und verschiedene Positionen kennenzulernen.
  • Es soll die Meinungsbildung in der Landessynode auf eine breitere Information gestützt werden.  
  • Bitte: Termin fest im Kalender eintragen.