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XIII. Tagung der 25. Synode

Synodaltagung im November 2019

Streiflichter der letzten Tagung

Der Bischofsbericht:

 „Die Schöpfung ist die Frage nach Gott“, so Meister. …“Warum ist das Nachdenken über Schöpfung kein dem Zeitgeist nachlaufen, sondern grundlegendes Thema von Kirche?“ – Bischof Meister zitiert Papst Franziskus aus der „Enzyklika Laudato si“ mit den Worten:“ Der Schöpfer verläßt uns nicht, niemals macht er in seinem Plan der Liebe einen Rückzieher, noch reut es ihn, uns erschaffen zu haben.“ Als Institution Kirche mit ungeheurer Breitenwirkung haben wir die Aufgabe politische Steuerungselemente zu schaffen, für Regularien und Verpflichtungen zu sorgen.

Ungefähr 25% der Bevölkerung haben eine latent judenfeindliche Einstellung. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahrzehnten fast gleichbleibend geblieben. Die evangelisch lutherische Landeskirche Hannover weiß sich im Wissen um die Schuld unserer Kirche auf besondere Weise verpflichtet gegen jede Form des Antisemetismus aufzustehen.

Das Land Niedersachsen will in allen Grundschulen das Fach Werte und Normen einführen. Als Kirchen legen wir Wert darauf, dass auch der konfessionelle Religionsunterricht weiter durch das Land gefördert wird. Aktuelle Tendenzen zeigen laut der 18. Shell Jugendstudie, dass nur für ein Viertel der evangelischen Jugendlichen der Glaube wichtig ist. Diese Zahl ist alarmierend. Andererseits haben wir in Niedersachsen den großen Schatz von 8.722 Lehrkräften mit der Fakultas Evangelische Religion an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Junge Menschen bilden eigene Positionen am ehesten in Auseinandersetzung mit der erkennbaren Haltung einer Lehrkraft aus.

Die Fortsetzung des Konföderationsvertrages aller evangelischen Kirchen in Niedersachsen ist durch Votum aller beteiligten Synoden gewährleistet.

Zur Zeit der Freiräume ist keine Evaluation geplant. Was positiv festgehalten werden kann ist, dass es keine Initiative ohne jeglich vorgegebenes Konzept je geschafft hat, in der Breite der Kirche so vielfältig realisiert zu werden.

Zum Abschluss dankte Landesbischof Meister den Synodalen für 6 Jahre Arbeit:“ Synode ist kein Ponyhof, es ist ehrliche, harte Arbeit im Weinberg des Herrn.“

Der Bericht des Landessynodalausschusses:

In den meisten Gemeinden werden längst getaufte Kinder zum Abendmahl eingeladen. Jedoch in einem Drittel der Kirchengemeinden ist ein solcher Beschluss zur Teilnahme von Kindern am Abendmahl nicht gefasst worden. Der Bischofsrat beabsichtigt Anfang nächsten Jahres einen Brief an alle Gemeinden zu versenden mit einem klaren Votum „Kinder bei der Abendmahlspraktik zu inkludieren“.

Das kürzlich erstellte Versorgungsgutachten der EKD betrachtet die anfallenden Versorgungsverpflichtungen. Die evangelisch lutherische Landeskirche Hannover ist im Vergleich mit den anderen Landeskirchen deutlich vorne angesiedelt. NKVK und ZVK sind stabil.

Hinsichtlich der Umsatzsteuerproblematik müssen die Kirchenkreise support deutlich einfordern vor allem auch im Hinblick auf eventuell strafrechtliche oder vermögensrechtliche Konsequenzen für Kirchen- und Kirchenkreisvorstände. Steuerstrafrechtliche Konsequenzen können weitestgehend mit dem rechtzeitigen Kontakt zur Rechnungsprüfung ausgeschlossen werden. Die Bereiche wie z.B. der Jugenddienst brauchen für die Durchführung von Fahrten und Freizeiten dringend Information und Unterstützung.

weitere synodale Themen:

Die Redaktionsgruppe „Christsein morgen“ stellte die Rückmeldungen aller Synodenausschüsse zusammen. Das Fazit, welche Handlungsoptionen die 26. Landessynode aufgreifen könnte:

  1. Bestimmung des Verhältnisses zwischen
  1. Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche
  2. Haupt- und Ehrenamt
  3. Kirche und Staat
  1. Anfrage an
  1. Gottesdienst
  2. Spiritualität
  3. Parochie neben anderen Gemeindeformen
  1. Umgang mit Profan- und Sakralgebäuden und den Friedhöfen
  2. Ausbildung und Qualifizierung von allen in Kirche Tätigen

Qualität ehrenamtlicher Kirchenmusik: Ehrenamtliche sollten motiviert werden, sich in den Konventen der Kirchenmusiker/Innen der Kirchenkreise registrieren zu lassen und an den Treffen teilnehmen. Schulungen mit Kindern und Jugendlichen zu Fragen des Datenschutzes sind unbedingt erforderlich. Kirchenmusik soll sich an formulierten Mindeststandards für die D-Prüfung orientieren. Fort- und Weiterbildung wird effizienter, wenn sie in die Informationsnetzwerke der Kirchenkreise, der Sprengel und der Landeskirche eingespielt wird. Kirchenmusikdirektoren/innen brauchen Ressourcen. Kirchenkreise sollten prüfen, ob die Zuweisungen für Kirchenmusik gezielt an die Kirchengemeinden zur Bezahlung von honorierten Verträgen für Chorleiter/innen gegeben werden können.

Mission: Da taucht das Bild aus frühen Missionszeiten von weißen Männern auf, die mit religiös-kulturellen Überlegenheitsgefühlen und fehlendem Respekt vor Traditionen und Werten der Menschen andere überreden Christen zu werden. Die Veränderung des Missionsverständnisses hat sich dahin entwickelt bedürftigen Menschen ein glaubwürdiges Zeugnis der Liebe Gottes in Wort und Tat zugänglich zu machen. Wir wollen einladende Kirche zum Leben mit Gott in der missio dei sein. „Der missio dei Begriff wir zukünftig ein ökumenischer sein“, so Bischof Meister.

Klimaschutz: Die Landeskirche Hannovers wird ihr Klimaschutzziel bis 2030, den Kohlendioxidausstoß um ein Drittel zu verringern, verfehlen. Damit die Ziele möglichst doch erreicht werden, werden mehr Daten gebraucht. Daten zeigen, wo mit dem geringsten Aufwand am meisten Kohlendioxid eingespart werden kann. Daten fehlen. Grund ist vor allem das Freiwilligkeitsprinzip. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage „braucht die Landeskirche Hannovers ein KlimaschutzG?“ fragt Umweltreferent im Haus kirchlicher Dienste Reinhard Benhöfer. Bis 2050 will man klimaneutral sein. Konflikte treten zu Tage. Kirchengemeinden erhalten in Sachen Photovoltaik auf den Dächern ihrer Kirchen oder Gemeindehäuser häufig keine landeskirchliche Genehmigung. Das liegt dann entweder am Denkmalschutz oder an der Wirtschaftlichkeit. Ganz anders ist da die Sache auf den Dächern der Kindergärten. Da sind solche Anlagen dringend geboten. Dort treffen Sonneneinstrahlung und Eigenbedarf ziemlich sicher zusammen. Ökofaire Beschaffungskriterien, Ökostromabnahme, Gebäude- und Energiemanagement, E-Mobilität, Biodiversität auf kirchlichen Flächen z.B. Friedhöfen – Ideen gibt es genug, allein die Umsetzung fehlt.

Die Landessynode beschließt die Einführung des IT Programmes „Session“ zum digitalen Sitzungsmanagement.

Es besteht die Überlegung, die landeskirchliche Anstellungsebene für Diakone und Diakoninnen einzuführen. Angefangen bei arbeitsrechtlichen bis hin zu FAG Regeln muss dies wohl bedacht werden.

Die Bibelarbeit vor der Synode hielt Oberstudiendirektorin Dr. Gabriele Obst vom Evangelischen Gymnasium Nordhorn mit vier Schülern/innen. Die Beschreibung des Weges zur Schulpartnerschaft mit einer Schule in Haifa und deren Ausgestaltung gab lebendige Einsichten in die Tücken, Herausforderungen und vor allem die Bereicherung einer solchen Schulpartnerschaft. Dem schloss sich die Feier zu 10 Jahren evangelischem Schulwerk an. „Ort der Christengemeinde für die Bürgergemeinde – Zivilgesellschaft Schulgemeinde“. Schulen mit klarem und eindeutigem evangelischen Profil in evangelischer Trägerschaft sind im Schulwerk zusammengefasst. Das sind das Evangelische Gymnasium Nordhorn, das Philip Melanchton Gymnasium Meine, die IGS Wunstorf, die evangelische Grundschule Waldschule Eichelkamp in Wolfsburg, die Paul-Gerhard-Schule in Dassel und das Andreanum in Hildesheim. Evangelische Schulen sind offen für alle in der Mitte der Gesellschaft.

Bischof Meister überreiche das silberne Facettenkreuz als besondere Auszeichnung für herausragende Arbeit in der Landeskirche an die ehemaligen Synodenpräsidenten Albrecht Bungeroth und Jürgen Schneider.

November 2019, Gunda Dröge