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Foto: hsd

II. Tagung

Die zweite Tagung der 25. Landessynode...

...fand vom 12. bis 14. Juni 2014 in der Henriettenstiftung in Hannover statt.

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FRÜHJAHRSSYNODE 2014

Die wichtigsten Synodenthemen und ein kleiner Blick hinter die Kulissen

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Ein zusammenfassender Bericht von Gunda Dröge

Mittwochabend und Donnerstagmorgen vorbereitende Gruppensitzungen der Gruppe Offene Kirche und der Gruppe Lebendige Volkskirche im Henriettenstift in Hannover, dann Eröffnung der Synode durch den Gottesdienst.

Die gute Finanzlage wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus. Überschüsse des Haushaltsjahres 2013 werden dem Versorgungsfonds zugeführt. Im Herbst wird der Haushalt 2015/2016 zu beschließen sein. Die Kürzungsvorgaben der Aktenstückreihe 98 der 23. Landessynode sollen in den Jahren 2015/2016 für den übergemeindlichen Bereich ausgesetzt werden, da dieser bisher nicht an den guten Jahresergebnissen partizipiert hat.

 

Finanzlage und neuer Planungszeitraum

In der Novembersitzung wird der Synode vom Landeskirchenamt vorgeschlagen werden, die Dauer des am 1. Januar 2017 beginnenden Planungszeitraumes auf sechs Jahre festzulegen; das Planungsvolumen der Haushaltsjahre 2017 bis 2020 unverändert zu lassen und für die Haushaltsjahre 2021 und 2022 das allgemeine Planungsvolumen um jeweils 1,5% abzusenken. Unabdingbare Voraussetzung hierfür ist, die Risiken für die Finanzierung der Gesamtzuweisung durch eine landeskirchliche Finanzplanungsrücklage abzusichern. Eventuell schlecht laufende Kirchensteuerentwicklungen sollen so auszugleichen sein. Der Vizepräsident des Landeskirchenamtes Dr. Krämer hält das Risiko für einen 6-jährigen Planungszeitraum aus drei Gründen für vertretbar:

  1. Es gibt den Risikofonds der Finanzplanungsrücklage
  2. Es handelt sich um eine Erprobungsregelung
  3. Kirchenkreise und Ehrenamtliche haben in der Vergangenheit gezeigt, dass harte Sparziele erreichbar waren. „Man macht es mit Menschen, die etwas von Planung verstehen. Ich traue unseren Ehrenamtlichen sehr viel zu. Es ist ein vertretbares Risiko, was wir eingehen können und sollen.“
Finanzausschussvorsitzender Gerd Tödter stellte die Frage: “Haben wir für die Herausforderung des demografischen Wandels genug getan? Mittelfristig wird uns der Sparzwang erneut einholen.“ Das Zentrum für Seelsorge, das Haus mit dem Arbeitstitel „Respiratio“ in Barsinghausen und intensive Nachwuchsförderung sind Schritte in die richtige Richtung.

 

Migration

Freitagmorgen Prof. Dr. Wilk hält eine Bibelarbeit im Plenarsaal. Herr Künkel stellt das Aktenstück zur Migration vor. „Es geht um Menschen, deren zu Hause weit weg ist. Krieg, wirtschaftliche Bedingungen und Verfolgung sind Gründe für Flucht.“ Landesbischof Meister später in der Pressekonferenz auf die Frage danach, was wir mit den Verfolgten machen, wenn sie in Niedersachsen ankommen? “Wir werden eine Auseinandersetzung mit fremden Kulturen führen, um eine gemeinsame Gemeinde zu werden.“   Künkel äußerte sich zur aktuellen Situation des Diakonische Dienste Hannover (DDH), die in der HAZ die Schlagzeilen der letzten Tage füllt. „Eine Entscheidung über einen Zuschuss kann nur Ergebnisoffen mit Blick auf gleichwertige Einrichtungen in der Landeskirche getroffen werden. Die Kommunikation des Sanierungskonzeptes des DDH war ungeschickt. Dennoch ist Zurückhaltung im Urteil über den Geschäftsführer durch die Synode angeraten.“
 
 
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Foto: hsd

Bericht des Landesbischofs

Vermehrtes Zuschauerinteresse und Medienpräsenz kündigen den Bericht des Landesbischofs an. Kameras werden aufgestellt. Die Pressebank füllt sich. Vom fahrlässigen Glauben spricht Bischof Meister. Vor knapp drei Jahren zum Zeitpunkt seines Dienstantritts, waren es noch knapp 3 Mio. Gemeindeglieder in der Landeskirche, jetzt sind es noch 2,75 Mio. mit fallender Tendenz. „Liegt es an mir?“ fragen sich Pastorinnen und Pastoren – viele verstehen die sinkende Mitgliederzahl als Kränkung. „Stimmt das Angebot nicht mehr? – Zieht Gott sich aus der Gesellschaft zurück?“ Glauben ohne einen persönlichen Gott – wir ver- abschieden uns von Kernthemen. Ritualdesigner treten auf den Plan und stellen in ihren Ansprachen den Menschen in den Mittelpunkt. Der Christ/ die Christin stellt sich die Frage „Warum ohne Jesus Christus?“ Unabhängig von ihrer Anzahl gaben bereits im alten Rom die ersten kleinen Gemeinden ein Widerstandszeugnis gegen den Zustand der Welt.

Zur 5. Mitgliedsschaftsuntersuchung der EKD sagte Bischof Meister, dass es sich um eine hilfreiche Lagebestimmung handle, dass sie aber in ihrer Bedeutung daraus resultierender Handlungsstrategien überschätzt sei. 

Der 80. Jahrestag der Barmer Theologischen Erklärung wurde vor einigen Tagen begangen. Deren größte Stärke war, dass die Konzentration auf Christus das Abdriften in Nationalsozialistisches Gedankengut verhinderte.  

Zur Endlagerstandortkommission wurde Landesbischof Meister als kirchlicher Vertreter durch die EKD entsandt. „Unsere technische Praxis ist nicht mächtig genug, das atomare Material so zu befrieden, dass es für kommendes Leben keine tödliche Gefahr mehr darstellt. Die Lagerung ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein soziales Problem. Die Gesellschaft hat sich mit Kernenergie überfordert. Die Bevölkerung muss offen in allen Punkten eingebunden werden.“ Für diesen Vertrauensaufbau ist Bischof Meister entsandt.

 

Jugenddelegierte
Aufmerksame Jugenddelegierte  Foto: hsd

Neuordnung der landeskirchlichen Bauzuweisung

Weitere Themen wie inklusive Konzepte in Kindertagesstätten, Sanierung, Aus- und Umbau des Predigerseminars im Kloster Loccum, das IT Konzept der Landeskirche, die Aktivitäten der Reformationsdekade bis zum Jubiläum in 2017 und die Aspekte der kirchenmusikalischen Arbeit beschäftigten die Synode.

Schließlich noch die Neuordnung der landeskirchlichen Bauverwaltung. Eine ursprünglich zentral in Hannover geregelte Aufgabe wird seit dem Jahr 1997 sukzessiv immer mehr hin zur Zuständigkeit der einzelnen Kirchenkreise für deren Profanbauten dezentralisiert. Sakral- und Denkmalgeschützte Bauten betreuen die Ämter für Bau- und Kunstpflege. Die verordneten Einsparvorgaben für die Ämter für Bau- und Kunstpflege drohen als finanzielle Belastung bei den Kirchenkreisen zu landen, denn nachhaltige Einsparungen im Bereich Bau sind nur bei Verringerung des Gebäudebestandes möglich. Das Gebäudemanagement einschließlich der Gebäudebedarfsplanung könnte mittel- bis langfristig zum Ergebnis der Verringerung des Gebäudebestandes führen. Um für das gesamte Feld „Bau“ und die zu erwartenden finanziellen Konsequenzen für die Kirchenkreise einen Überblick zu erhalten, ist ein 4-jähriges Pilotprojekt in den Kirchenämtern Celle und Osnabrück gestartet. Um die nicht am Pilotprojekt beteiligten Kirchenkreise zu entlasten, werden die Einsparvorgaben für die Ämter für Bau- und Kunstpflege bis zum Jahr 2018 ausgesetzt. Gleichzeitig wird die Synode prüfen, in welcher Form finanzielle Zuwendungen für die Kirchenkreise zum Aufbau einer Baufachverwaltung erfolgen können.
 
Mittlerweile ist es Samstagmittag, die letzten Aktenstücke wurden abgearbeitet, das Abschlusslied entlässt uns in den Sommer.