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Foto: hsd

IV. Tagung

Die vierte Tagung der 25. Landessynode...

...fand vom 6. bis 9. Mai 2015 in der Henriettenstiftung in Hannover statt.

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FRÜHJAHRSSYNODE 2015

Vom Bischofsbericht bis zur  Bibelarbeit von Altbischof Prof. Dr. Eduard Lohse

Ein zusammenfassender Bericht von Gunda Dröge

LB Meister
Landesbischof Ralf Meister - Foto: hsd

Bericht des Landesbischofs

Landesbischof Meister forderte aus Anlass des theologischen Disputes zwischen den beiden Berliner Professoren Prof. Dr. Notger Slenczka und Prof. Dr. Christoph Markschies zur Bedeutung des Alten Testaments, dass die Verbindung zur wissenschaftlichen Theologie aktiv zu halten ist. „Es zeigt, dass wir grundlegende Anfragen an die Kirche im theologischen Gespräch beantworten müsen,“ so Meister. Auch im Verhältnis der Evangelischen Kirche zum Islam stellt er die Forderung nach der wissenschaftlichen Debatte, um den Dialog mit dem Islam im Kanon mit unseren Universitäten zu intensivieren. Als Reflektion über Irritationen im demokratischen Gemeinwesen fordert er die Kirche auf, „Leitbild in einer pluralen Gesellschaft zu sein.“ Aufgabe der Institution Kirche sei es, das überindividuell Gemeinschaft Stiftende zu stärken.

 

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Aufmerksames Plenum - Foto: hsd

Aktenstücke und Berichte vor der Landessynode

Hilfe für Flüchtlinge findet vor allen Dingen in den Ortsgemeinden bedarfsgerecht statt. Internationale Treffen, Sprachkurse, Kleiderspenden, Patenschaften etc. werden  hoch engagiert geleistet. Die Hauptlast tragen die Landkreise und Kommunen. Als Hauptproblem zeigt sich die Anmietung von Wohnraum. Zunehmend kommen Containerlösungen zum Einsatz. Pro Flüchtling und Jahr werden ca. 10.600 € benötigt . Vom Land werden aber nur 6.100  € zur Verfügung gestellt. Eine Ausweitung der finanziellen Unterstützung ist nicht in Sicht. Die Handhabung von Asylverfahren muss der Situation angepasst werden. Momentan können 60.000 Verfahren jährlich  bearbeitet werden, es werden aber 300.000 Anträge jährlich gestellt. OLKR  Künkel: „Wir können ergänzend Hilfe leisten aber nicht ersetzend. Wir können das Klima maßgeblich mit bestimmen.“ Bischof Meister zu diesem Thema: “Dass wir als Kirche hervorragend agieren ist an vielen Stellen sichtbar. Das Flüchtlingsproblem werden wir im 21. Jahrhundert nicht mehr los. Auch Mittel, die wir in die kirchliche Partnerschaftsarbeit geben, sind ein Beitrag zur Lösung.“ Landesbischof Meister stellt eine leerstehende Wohnung innerhalb der Bischofskanzlei für Flüchtlinge zur Verfügung.

Wolf-Doettinchem
Hendrik Wolf-Doettinchem - Foto: Jonas Jakob Drude

Ein weiteres Thema der Beratungen war die Kommunikation mit den Kirchenmitgliedern als eine Maßnahme des neuen Kommunikationskonzepts. Beim letzten Ephorenkonvent in Loccum hatte der Landesbischof bereits davon gesprochen, dass eine Entkopplung vom Grundkonsens, der unsere Gesellschaft trägt, von statten geht. Eine direkte Kommunikation zu den Kirchengliedern nicht im Sinne von Krisenmanagement sondern im Sinne von Mitgliederbindung und Wertschätzung der Kirchenglieder sei angedacht. Die dafür entstehenden Kosten sind laut Synodalem Hendrik Wolf-Doettinchem “Einnahmesicherungsausgaben“. Eine Möglichkeit sei ein Brief des Bischofs an alle Kirchenglieder. Der Landesbischof stellte in diesem Zusammenhang fest: „Chancen und Gefahren eines Bischofsbriefes stehen sich gegenüber. Meiner Meinung nach überwiegen die Chancen die Gefahren. Als Vorbereitung brauchen wir eine breite Zustimmung aller in Kirche Tätigen. Direkte Kommunikation muss beispielhaft ein gutes Mittel sein, mit allen Kirchengliedern in Kontakt zu treten.“ Weitere Voraussetzung sei, dass jeder Hauptamtliche den Brief bereits vor der Versendung kennt.

Mainusch
Oberlandeskirchenrat Mainusch - Foto: Jens Schulze

Die 24. Landessynode hatte im Rahmen der Neuordnung der Zusatzversorgungskasse beschlossen, dass eine Eigenbeteiligung der Mitarbeitenden an den Beiträgen zur Zusatzversorgung eingeführt werden soll. Dies sollte auf dem Verhandlungsweg mit der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission erreicht werden. Bei fehlender Einigung soll der Ausstieg aus der Zusatzversorgung erfolgen. Bislang ist nichts verhandelt worden. OLKR Dr. Reiner Mainusch: “Es besteht Gesprächsbereitschaft, die in einen engen Zeitrahmen bis Ende 2015 eingebunden sein muss. Klarer Eckpunkt ist die Erhöhung der Zusatzversorgung, um die Attraktivität der Landeskirche als Arbeitgeber zu erhalten, mit dem Ziel, eine gemeinsame Lösung in diesem Zeitraum zu erzielen.“

Die Neuordnung der regionalen Zusammenarbeit von Kirchengemeinden entsteht oft aus ökonomischer Not heraus. Zum Gelingen einer regionalen Entwicklung sind Freiwilligkeit und Ergebnisoffenheit entscheidender Erfolgsfaktor. Die Region soll eines der Mittel sein, die Freiräume schaffen soll. Dr. Mainusch: „Sie erschließt neue Beziehungsarbeit nach außen. Das Aktenstück macht Mut zur Verschiedenheit und stellt einen verlässlichen Rahmen zur Verfügung, in der diese Verschiedenheit gelebt werden kann.“

Gebäudemanagement gehört zu den wichtigen Steuerungsaufgaben, die im Rahmen des Finanzausgleichsrechts den Kirchenkreisen zugewiesen wurden. Im Augenblick gibt es ca. 7.940 Gebäude in der Landeskirche. In den letzten 8 Jahren ist der Bestand um 20- 30 Gebäude jährlich gesunken. Im Augenblick werden in den meisten Kirchenkreisen Gebäudebedarfspläne von den Gebäudemanagern erarbeitet. Ein Augenmerk sollte auf den Finanzsatzungen der Kirchenkreise liegen, die die Einnahmen aus der Anlage von Erlösen aus der Veräußerung nicht benötigter unwirtschaftlicher Gebäude anders behandeln als die Einnahmen aus den gleichen Gebäuden, wenn diese im Eigentum der Kirchengemeinden verbleiben. Hier sehen die Finanzsatzungen vielfach vor, dass im ersten Fall die Einnahmen an den Kirchenkreis abzuführen sind und im zweiten Fall bei der Kirchengemeinde verbleiben. Ähnliches gilt für die Regelung von Ergänzungszuweisungen. Hier müssen Finanzsatzungen in den Kirchenkreisen angepasst werden.

Seit Juni 2007 beschäftigt sich die Landessynode mit dem Klimawandel. Aktionen wie der „Grüne Hahn“ und Gewährung von Sondermitteln für Energieeinsparinvestitionen liegen ebenso auf dieser Linie wie die Empfehlungen der Arbeitsgruppe Klimaschutz und der EKD Aufruf zur Reduzierung von CO² Emissionen. Der Bau- und Umweltausschuss wird sich mit dem Klimaschutz beschäftigen und voraussichtlich zur Novembertagung ein Aktenstück vorlegen.

drei Bischöfe
Foto: Gunda Dröge

Bibelarbeit von Altbischof Prof. Dr. Eduard Lohse

Ein ganz besonderer Moment während der IV. Tagung der 25. Landessynode war die Bibelarbeit, die der 91-jährige Altbischof Eduard Lohse am Donnerstagmorgen zum 1. Brief des Paulus an die Korinther hielt. "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe; diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Mit diesen Worten des Paulus begann Eduard Lohse seine Bibelarbeit. Der Altbischof hob hervor, die Liebe sei im Alten und im Neuemn Testament der zentrale Begriff. Das Doppelgebot der Liebe, Gott über alle Dinge zu lieben und den Nächsten wie sich selbst, stellte Jesus Christus als das höchste Gebot heraus. Die Liebe sei so zum zentralen Begriff der christlichen Überlieferung geworden, so Lohse.