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Foto: hsd

Die V. Tagung der 25. Landessynode...

...fand vom 24. bis 27. November 2015 in der Henriettenstiftung in Hannover statt.

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HERBSTSYNODE 2015

Erstmalig verbundene Jugend- und Landessynode im Stephansstift zum Thema „Kirche lebt vom Ehrenamt“

Ein zusammenfassender Bericht von Gunda Dröge

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Foto: Jonas Jakob Drude

Acht Themenfelder rund ums Ehrenamt wurden von 77 Jugenddelegierten und 99 Teilnehmern der Landessynode inclusive des Landesbischofs, Vertretern des Bischofsrates, des Kirchensenates und des Landeskirchenamtes in Arbeitsgruppen durchdacht. Merksätze und Anträge wurden formuliert, die dann im zweiten Schritt durch Einbringung in die Landessynode und den Verweis an synodale Ausschüsse in die Bearbeitung gehen. Das Zeitfenster für dieses Experiment umfasste den Mittwochabend und den Donnerstag bis zum späten Nachmittag. Konzentriertes und strukturiertes Arbeiten in einer ausgesprochen offenen von gegenseitigem Respekt geprägten Atmosphäre führte zu dem beiderseitigen Wunsch dieses Format zu wiederholen.

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Foto: Jonas Jakob Drude

Landesbischof

Dienstagvormittag bereits besuchte Landesbischof Ralf Meister die Gruppensitzungen der GOK (Gruppe offene Kirche) und der LVK (Lebendige Volkskirche).“Wir erleben grade eine diffuse Angstsituation, da ist Kirche in der Verantwortung geistliche Aufbrüche anzustoßen zur Stabilisierung einer demokratischen Kultur, die sich gegen Rechts- und Linksextremismus abgrenzen muss“, so Meister. „Auf der Hintergrundklaviatur wird bezüglich der Flüchtlingsproblematik von Kirche deutlich gespielt. Das ist vielleicht nicht grade die laute Formel. Wir erleben grade eine sehr erwachsene zivilgesellschaftliche  Haltung, die den politischen Druck macht.“ Am Mittwoch in seinem Bischofsbericht vor der Synode dann nahm das Thema „ANGST“ einen breiten Raum ein. Er sprach davon, dass „wir in Tagen leben, die vibrieren vor Angst....Es ist ein emotionaler Instinkt, dass Mord und Totschlag, Amokläufe  und Massaker das Leben anhalten….Angst stärkt Irrationalität. Und sie beinhaltet die Gefahr zu lähmen….Angst braucht eine Antwort in unserer Gesellschaft…..Menschen sind zutiefst trostbedürftige Wesen. ….In dieser Heimatlosigkeit ist die Bibel das große Trostbuch der Christenheit….Die Bibel kann Zuversicht schenken, weil sie einen tröstenden Gott verkündigt…. Die Bibel kann trösten, weil sie die Angst kennt…..Die Angst kommt daher, dass alles offen, aber nichts ohne Bedeutung ist. Man glaubt in jedem Moment mit seinem ganzen Leben zur Disposition zu stehen. …Der Mensch des 20. Jahrhunderts hat eine sinnvolle Welt verloren, doch der Mensch verlangt nach Sinn in einer Welt, die ihm von sich aus keinen Sinn zu bieten vermag.“

Flüchtlinge

Zur Arbeit mit Flüchtlingen werden, zusätzlich zu den bereits im Haushalt 2015/2016 eingesetzten Mitteln, 3 Mio. in die Kirchenkreise nach FAG gegeben, 180.000 € für Flüchtlingsprojekte von überregionaler Bedeutung, 250.000 € für Stellen der Migrations- und Flüchtlingsberatungsdienste und 500.000 € für Maßnahmen der Bildungsabteilung des LKA zur Verfügung gestellt. „Eine besondere Herausforderung stellt der Spracherwerb für sehr heterogene Gruppen dar. Die Umgangsweise mit den hier Ankommenden gilt es zu überdenken. Eine Entmündigung durch rundum Versorgung kann im Moment der Erstversorgung das richtige Instrument sein, langfristig kommt es aber darauf an, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die Selbstverantwortung der Asyl Suchenden muss gestützt werden.“ so Christoph Künkel. Frau Gäfgen – Track forderte Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit  für Flüchtlinge ebenso wie  Unterstützung für die Helfenden.

Doppik

Dr. Krämer sprach von der Doppik, als einem Klotz am Bein der Kirche, die aber notwendig sei. „Der Umsetzungsprozess hat sich zu einer Herkulesaufgabe entwickelt…. Verwaltungsaufgaben dürfen aber nicht zum Mühlstein am Hals der Kirchenkreise werden.“ Herr Spier benannte drei Hauptprobleme beim Einführungsprozess: 1. Die lutherische Vielfalt, die auch in den Verwaltungen sichtbar ist  -  2. Der Sprung von der jahrelang gewachsenen Kameralistik zur Doppik ist größer als bei den Kommunen  -  3. Die flächendeckende Erprobung erweist sich als schwierig, da alle übrigen auftauchenden Probleme auf die Doppik geschoben werden.

Transparenz, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit sind ein unbedingt zu erreichendes Ziel der Doppik. Die Reform krankt aber an der Zeit, dem qualifizierten Personal und der Unterstützung der übergeordneten Ebene.

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Foto: hsd

weitere Themen

Die Neuordnung und Unterstützung der regionalen Zusammenarbeit  von Kirchengemeinden erfuhr eine Gesetzesänderung. Neu ist die Möglichkeit der Bildung von Gesamtkirchengemeinden. Neu ist auch, dass zukünftig Kirchengemeindeverbände auch unter Beteiligung kirchlicher Körperschaften aus anderen Gliedkirchen der EKD gebildet werden können.

Der Umwelt—und Bauausschuss legte ein Aktenstück zur Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzeptes vor. Die  Mitte Dezember anstehende Klimakonferenz in Paris verlieh diesem Papier seine besondere Aktualität. Der für den Klimaschutz notwendige wirschaftliche und gesellschaftliche Transformationsprozess ist eine der großen Herausfor- derungen der Gesellschaft. Kompensationszahlungen an die Klimakollekte, Datenerfassung und Dokumentation im Rahmen des Gebäudemanagements, Sensibilisierung im Feld Beschaffung, Einsparungen auf dem Gebiet Mobilität und die Aufnahme von Klimaschutzkriterien in den neuen Musterpachtvertrag sind erste Maßnahmen auf dem Weg zum Klimaschutz.

Prof. Lars Harden von der Firma aserto stellte der Landessynode sein Kommunikationskonzept für die Landeskirche vor. Die Sorge, die vorhandenen gewachsenen Kommunikationsstrukturen werden den Bedürfnissen der Landeskirche nicht mehr gerecht und Ressourcen werden nicht optimal eingesetzt, haben den Beratungsprozess angestoßen. Die Landessynode beschloss, dass die EZ über den Zeitpunkt des 31.12.16 hinaus nicht mehr finanziert wird und das Konzept der Firma aserto zur Umsetzung an das Landeskirchenamt weitergeleitet wird.

Zur Überarbeitung der landeskirchlichen Verfassung wurde ein Verfassungsausschuss eingesetzt. Es wird weiterhin Mittel aus dem Strukturanpassungsfonds als besondere Form der Solidarität für einige Regionen geben. Hinsichtlich der Besoldung im Superintendentenamt wurde eine nicht ruhegehaltsfähige Zulage in Höhe der Differenz zwischen dem Statusamt  A 15 und der Besoldungsgruppe A16 nach dem dritten Amtsjahr für die Zeit der Ausübung des Ephoralamtes beschlossen.