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Foto: hsd

VII. Tagung

Die siebte Tagung der 25. Landessynode ...

 ... fand vom 22. bis 25. November 2017 in der Henriettenstiftung und aus Anlass des 500 jährigen Reformationsjubiläums in der "Stadt des westfälischen Friedens" Osnabrück statt.

HERBSTSYNODE 2016

Herbstsynode auf Wanderschaft

Die Landessynode der Hannoverschen Landeskirche tagte das erste Mal außerhalb Hannovers in der Friedensstadt Osnabrück

Ein zusammenfassender Bericht von Gunda Dröge

Osnabrück: Unterwegs auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens

Am Donnerstag verlegte die Synode ihre Tagung nach Osnabrück. Nach der Begrüßung im Friedenssaal des Rathauses durch den Oberbürgermeister und Bischof Bode verteilten sich die Synodalen in verschiedene workshops zum Thema Frieden. Zeitgleich war in Osnabrück der Europäische Stationenweg unter der Überschrift „Glaube, Vielfalt, Frieden suchen“ zu Gast. Der gut 16 m lange Lkw, der in zahlreichen europäischen Städten Reformationsgeschichten sammelt, traf auf dem Platz neben dem Schloss ein. Osnabrück war die einzige Stadt im Reich, in der sich katholische und evangelische Fürstbischöfe turnusmäßig abwechselten. Der Reformationstruck passiert auf seiner Tour insgesamt 19 europäische Länder. Vor Osnabrück kam er aus Prag und fuhr weiter nach Minden. Die 75 Synodalen haben in Osnabrück das Wort der Landessynode „Auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens“ diskutiert und verabschiedet. Der Diskussionsprozess findet seit mehreren Jahren in der Evangelischen Kirche Deutschlands, in vielen Landeskirchen, in der Katholischen Kirche und in der weltweiten Ökumene statt. Am Abend war dazu eine öffentliche Podiumsveranstaltung in Medienpartnerschaft mit dem NDR in der Marienkirche.  

Bischofsbericht: Wider den Populismus

Am Mittwoch verurteilte Landesbischofmeister Ralf Meister in seinem Bischofsbericht vor der Synode den Populismus in der jüngsten Zeit scharf: „Es ist ungewohnt in unseren Demokratien, dass gesellschaftliche Eliten in den vergangenen Monaten so offen und unverschämt lügen.“ …“Viele Menschen wollen keine Zusammenhänge mehr verstehen, die Wahrheit interessiert sie nicht. Persönliche Probleme und Betroffenheiten werden zum Maßstab der Politik.“ …“Viele Menschen verstehen die Sprache der institutionellen Eliten nicht und fühlen sich auch von der Sprache der Kirche unverstanden.“…“ Für die Kirche bedeute dies konkret, dass mit den Menschen elementare Gespräche gesucht werden müssen.“
Weitere Schlaglichter seines Bischofsberichtes : Gemeinden sollen Endlagersuche mitgestalten – Meister mahnt Respekt vor der Arbeit der Landwirte an – Kirche im demografischen Wandel (Wie schaffen wir es, dem Gefühl des „Abgehängt Werdens“ zu begegnen?) – und schließlich Ausblick auf das „Jahr der Achtsamkeit“: Selig sind, die Zeit haben, denn ihrer ist das Erdreich.

Haushalt: Kontroverse um DIAKOVERE

Haushaltplanberatungen bestimmten die Synodentagung insgesamt. Die Hannoversche Landeskirche plant für die beiden kommenden Jahre einen Haushalt von jeweils rund 590 Mio. Euro. „Die Haushaltslage ist solide, doch die Kraft der Kirchensteuer wird in den nächsten Jahren deutlich abnehmen“, so Finanzchef Dr. Rolf Krämer. „Kein drastischer Sparkurs, wir brauchen keine Notbremse. Aber spätestens in vier Jahren muss die Synode strategisch neu definieren, was für die Kirche in Zukunft notwendig und was weniger notwendig ist.“ Sagt der Vizepräsident.
2,6 Mio Euro investiert die Kirche in das Reformationsjubiläum. „Schon jetzt zeichnet sich ab, dass, das sinnvoll investiertes Geld ist“, so LSA Vorsitzender Jörn Surborg. „Das Jubiläum bietet die Chance, Menschen mit Botschaften der Reformation zu erreichen.“
Die umfangreichsten Diskussionen gingen um die Unterstützung des kirchennahen Sozialkonzerns „Diakovere“ in Hannover. Das in den letzten Jahren gewährte Darlehen von 10 Mio. Euro soll noch im Haushaltsjahr 2016 in Höhe von 5 Mio Euro in einen Zuschuss umgewandelt werden. Gleichzeitig eine Veranschlagung von 4,5 Mio Euro im Haushaltsjahr 2017 als Zuschussgewährung mit Sperrvermerk des Landessynodalausschusses nach Beteiligung des Diakonieausschusses. Zum Konzern gehören das Annastift, das Henriettenstift und das Friederikenstift. Die Hauptkritik ging dahin, dass der Punkt synodal nicht ausreichend vordiskutiert worden sei. Überall im Land seien kirchliche Einrichtungen von börsennotierten Firmen übernommen worden und in Hannover handele man nun anders. Bischof Meister machte sich stark für den ausgehandelten Kompromiss. „Praktische Diakonie steht in der Nachfolge Christi. Dieser blumige theologische Satz muss für jeden Fall um die entscheidenden Argumente für die Zukunftsfähigkeit einer Diakonie im Land neu eingetragen werden.“  

Neuwahlen zum Kirchensenat

Zum Abschluss am Freitag wählte die Landessynode ihr Präsidium und Mitglieder des Kirchensenates. Die Amtszeit des Präsidiums beträgt drei Jahre. Die bisherigen Mitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt. Die Amtsdauer des Kirchensenates beträgt sechs Jahre. Als Mitglieder der Landessynode wurden Friederike Dauer, Gunda Dröge und Alwin Pfanne gewählt. Als Mitglieder der Landeskirche hat die Synode Hans-Heinrich Gronau, Klaus Kastmann, Knut Lämmerhirt und Gunda-Marie Meyer gewählt. Dem Kirchensenat gehören Vertreter/Innen aller kirchenleitenden Organe an.